Musik und Lyrik von im NS-Regime verfolgten Künstlern – am 5. September
Zeit: Samstag, 5. September 2026 um 19.00 Uhr
Ort: Paul-Gerhardt-Kirche, Gleueler Straße 106
Schon mehrfach haben Leonard Krüger (Gesang) und Stefan Krüger (Piano) in den vergangenen Jahren Liederabende präsentiert, in denen das musikalische Schaffen jüdischer Komponisten im Fokus stand.
Im diesjährigen Programm September Songs portraitiert das Duo von Vater und Sohn die Lebenswege im NS-Regime verfolgter Künstlerinnen und Künstler von Wien, Berlin und Budapest ins rettende Exil in den USA, Frankreich oder Großbritannien, wo sie unter z. T. schweren Bedingungen eine neue Existenz aufbauten.
Walter Jurmann, dessen von den Comedian Harmonists unsterblich gemachter Schlager „Veronika, der Lenz ist da“ den Sound der Weimarer Republik prägte, schuf in der Traumfabrik Hollywood u. a. den „Love Song of Tahiti“ und die noch heute populäre Hymne an „San Francisco“.
Kurt Weill, Komponist der legendären Dreigroschenoper, setzte seine Karriere nach Zwischenstationen in Paris und London am New Yorker Broadway nahezu nahtlos fort. In dieser Zeit entstanden u. a. das Chanson „Youkali“ und der zum vielfach gecoverten Jazz-Standard avancierte Evergreen „September Song“.
Von Mischa Spoliansky, einer festen Größe auf den deutschsprachigen Kleinkunstbühnen der Vorkriegszeit, steht der für das englische Kino komponierte „Canoe Song“ auf dem Programm.
Zu den Wiederentdeckungen des Abends gehört zweifelsohne der in der Nähe von Lemberg geborene Joseph Beer, dessen kometenhafter Aufstieg im Wien der 1930er Jahre ihm den Ruf des letzten Vertreters der „goldenen Operetten-Ära“ einbrachte.
Titel der noch lebenden „Singer-Songwriter“ Stephan Sulke und Wolf Biermann, beide jüdischer Abstammung, runden diesen Abend mit einem zeitgenössischen kritischen Blick auf die Welt ab.
Literarisch ergänzt werden die musikalischen Beiträge durch Lyrik u. a. von Bertolt Brecht, Hilde Domin, Mascha Kaléko und Hans Sahl, vorgetragen von dem Schauspieler und Rezitator Folker Banik.
Eintritt frei, Spenden erbeten.
